Das Gesellschaftsrecht, ergänzt um das Konzern-, Kapitalmarkt- und Bilanzrecht, erfreut sich seit langer Zeit schon eines immer stärker zunehmenden Interesses in der beratenden, gestaltenden und entscheidenden Praxis einerseits und in der Rechtswissenschaft andererseits. Hinzu kommen seine von Jahr zu Jahr deutlicher hervortretende Europäisierung und Internationalisierung, wie sie in den Urteilen des Europäischen Gerichtshofs zum Ausdruck kommen, in der Tätigkeit nationaler und internationaler Fachgremien, aber auch und vor allem im wissenschaftlichen Diskurs innerhalb der Rechtswissenschaft und interdispziplinär über diese hinaus. Mit Macht entwickelt sich das deutsche Gesellschaftsrecht auf vielen Gebieten zum international beeinflußten und eingebundenen Unternehmensrecht; diese Dimensionen prägen die Gesellschaftskultur auch in der täglichen Arbeit. 

Diese Entwicklungen sind zu beobachten, rechtswissenschaftlich und rechtspraktisch zu durchdringen, in ihren Auswirkungen auf das überkommene Recht abzuwägen und, wo nötig, möglichst mitgestaltend zu beeinflussen. Dafür bedarf es eines Gesprächsforums, das ohne Einschränkungen und möglichst unaufwendig allen in Wissenschaft und Praxis mit dem Unternehmensrecht Befaßten und an ihm Interessierten offensteht und ihnen zugleich die Gelegenheit gibt, sich zum Gegenstand ihres Interesses zu bekennen. 

Hierfür will die

Gesellschaftsrechtliche Vereinigung

-wissenschaftliche Vereinigung für Unternehmens- und Gesellschaftsrecht (VGR) e.V.-

vor allem mit ihren Jahrestagungen und mit ihren Tagungsbänden im Anschluß an die jährlichen Zusammenkünfte eine Gesprächsplattform bieten. Die VGR zielt nicht nur auf Anwaltssozietäten, Unternehmen, Verbände und Institutionen ab, die mit der Fortentwicklung des Gesellschafts- und Unternehmensrechts befaßt sind, sondern in ihnen und über sie hinaus auf die einzelnen Juristinnen und Juristen. Gerade die jungen unter ihnen, die am Beginn ihres Berufswegs stehen, sollen angeregt werden, sich der VGR anzuschließen und an ihren Verhandlungen teilzunehmen: junge Rechtsanwälte, Richter und Beamte ebenso wie Universitäts- Assistenten und Doktoranden. Auf den Jahrestagungen sollen sie mit erfahrenen Berufsangehörigen aus Praxis und Wissenschaft zusammentreffen und sich untereinander austauschen können.

Hierauf sind die eintägigen Jahrestreffen zugeschnitten. Zu aktuellen Fragen und Problemen vor allem aus der Rechtspraxis sollen auch jüngere Kolleginnen und Kollegen selbst mit aktiven Beiträgen zu Wort kommen. Auf diese Weise spiegelt sich bereits im Programm der Jahrestagungen der Meinungs- und Erfahrungsaustausch zwischen den Fachgenerationen wider.

Strukturell sind und werden die VGR- Jahrestagungen stets in gleicher Weise geordnet sein: Die erste Abteilung befaßt sich mit der aktuellen Entwicklung des Gesellschaftsrechts, vorzüglich mit der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs. Die zweite Abteilung ist für das recht der größeren Unternehmen vorgesehen und damit vor allem für das Aktien- und Kapitalmarktrecht. In der dritten Abteilung beschäftigt sich die VGR mit den kleinen und mittleren Unternehmen und ihren Rechtsgebieten- also in aller Regel mit dem GmbH- und Personengesellschaftsrecht.

Für den Vorstand der Gesellschaftsrechtlichen Vereinigung

Prof. Dr. jur. Dr. h.c. mult. Peter Hommelhoff

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